Einem internationalen Forscherteam ist nun die Herstellung von Insulin produzierenden Zellen bei Mäusen gelungen. Dazu wandelten sie adulte Stammzellen aus der Bauchspeicheldrüse der Tiere um.
Eine gestörte Insulinproduktion macht für Typ1-Diabetiker den täglichen Griff zur Spritze oder zu Tabletten unerlässlich. Dies könnte sich jedoch bald ändern, wie die Fachzeitschrift “Cell” berichtet: Demnach haben belgische und französische Wissenschaftlern um Xiaobo Xu von der Vrije Universiteit Brüssel nun in der Bauchspeicheldrüse von Mäusen adulte Stammzellen entdeckt und diese zu Insulin produzierenden Zellen umgewandelt. Der Ausfall dieser auch als Betazellen bezeichneten Zellen ist die Hauptursache für das Auftreten von Diabetes Typ 1.
Für den Forschungsversuch wurde erwachsenen Mäusen zunächst ein Teil der Bauchspeicheldrüse abgeklemmt. In den folgenden zwei Wochen verdoppelten sich die hier verbliebenen Betazellen. Sie entwickelten sich aus den bereits vorhandenen adulten Stammzellen im abgetrennten Bereich der Bauchspeicheldrüse. Harry Heimberg, Koautor der Studie geht von einer Entzündungsreaktion des verletzten Gewebes als Auslöser für die Vermehrung der Betazellen aus. So vermutet er, dass die im abgeklemmten Bereich befindlichen adulten Stammzellen aufgrund der Verletzung den Befehl erhalten, sich zu Betazellen zu entwickeln.
Für die Erkennung der alten und neu entwickelten Betazellen waren Forschungsergebnisse aus der embryonalen Stammzellforschung notwendig: Durch sie ist Neurogenin3 als Marker Insulin produzierender Zellen bekannt. Mit einer Genmanipulation machte das Forscherteam diesen Marker in den Mäusen sichtbar. Diese Maßnahme ermöglichte erst die Identifizierung der Betazellen.
Der Erfolg des Brüsseler Forscherteams gibt Diabetespatienten Hoffnung: Gelingt es, auch aus menschlichen adulten Stammzellen Betazellen zu bilden, würde dies die lebenslange Einnahme von Insulin überflüssig machen.
Verfasst von stemcellblogger
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